INTERVIEW

Hola Paraguay! - Unsere Mitarbeiter vor Ort

Teil 1: Forstingenieur Jonas Hönnebeck

Jonas Hönnebeck ist Forstingenieur und arbeitet seit 2008 für Felber Forestal in Paraguay. Dort ist er leitend in der Aufforstung tätig. Wir haben Jonas gefragt was ihn nach Paraguay verschlagen hat, wo seine Aufgabenbereiche liegen, welche neuen Projekte es gibt und vieles mehr.

Jonas, wie kam es zu Deinem Engagement für Felber Forestal S.A.?

Nach dem Forstwissenschaft-Studium war ich auf der Suche nach einer passenden Stelle für meinen Berufseinstieg und dabei auch einem Engagement im Ausland gegenüber nicht abgeneigt. Im Internet bin ich dann auf die Ausschreibung von Miller Forest gestoßen, wo man zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach einem Betriebsleiter für Felber Forestal in Paraguay war.

Und dann ging es sofort Richtung Südamerika?

Nicht sofort – zunächst gab es eine intensive Einarbeitung im Vertrieb in Deutschland. Anschließend hatte ich eine dreimonatige Probezeit in Paraguay und bin danach hier geblieben.

Für was genau bist Du bei Felber Forestal S.A. zuständig?

Zu Beginn meiner Tätigkeit hier habe ich selbst noch Bestände und bin durchaus auch mal als Traktorfahrer eingesprungen. In den letzten zehn Jahren hat sich Felber Forestal aber derart rasant entwickelt, dass meine Aufgaben nun vor allem im Management liegen. Für diesen Bereich bin ich gemeinsam mit den beiden anderen stellvertretenden Geschäftsführern Hugo Stein und Jorge Paiva zuständig. Wir arbeiten dabei immer in enger Abstimmung mit unserem Betriebsleiter Carsten Felber.

Gibt es bestimmte Teilbereiche, auf die Du Dich konzentrierst?

Ja, definitiv. Die Anleitung der Abteilungen Lager/Einkauf, Werkstatt, Maschinenpark, Holzernte und Holzkohle sind solche Bereiche. Außerdem kümmere ich mich um die Koordination mit Miller Forest in Deutschland und um die Anfragen die von dort kommen. Meine Aufgaben überschneiden sich in vielen Bereichen mit denen von Jorge und Hugo und jeder von uns kann immer für den anderen einspringen. Zusammen mit unseren Abteilungsleitern bilden wir nach den vielen Jahren der Zusammenarbeit ein eingespieltes Team!

Was ist bei Deiner Arbeit besonders wichtig?

Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Strukturierung und Organisation der Prozesse im Unternehmen, um den Mitarbeitern auf diese Weise die Arbeitsausführung zu erleichtern und ihre Eigenverantwortung in den jeweiligen Bereichen zu stärken.

Felber Forestal schafft ja viele lokale Arbeitsplätze…

Ja, viele Mitarbeiter kommen aus der unmittelbaren Umgebung, aus den Dörfern CaraCarai und Maciel. Wir sind hier als fairer Arbeitgeber und Partner bekannt, weshalb die Menschen in der Region unserem Unternehmen sehr positiv gegenüberstehen.

Wie sieht es mit den Fachkräften aus?

In dieser Region Paraguays gab es in der Vergangenheit bis auf den Anbau und die Verarbeitung von Zuckerrohr nahezu keine landwirtschaftlichen und verarbeitenden Arbeitsplätze. Dementsprechend waren zu Beginn kaum qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden. In diesem Bereich hat sich aber in den letzten zehn Jahren viel getan, und es entwickelt sich viel in die richtige Richtung. Unter anderem plant die nationale Forstbehörde eine weiterbildende Schule für die Ausbildung von Forsttechnikern ganz hier in der Nähe. Sollte dieses Projekt verwirklicht werden, würden wir es natürlich intensiv unterstützen. Für die jungen Menschen in der Region wäre das eine großartige Möglichkeit vor ihrer Haustür beruflich Fuß zu fassen.

Wenn bei uns Winter ist, habt ihr in Paraguay ja Sommer
– wie sieht diese Zeit im Aufforstungsprojekt aus?

Bei uns gibt es praktisch keine Abgrenzung zwischen Sommer- und Winterarbeiten. Vorbereitungs-, Pflanz- und Pflegearbeiten sind generell eher von Niederschlägen als von Jahreszeiten abhängig. Und die Holzernte muss mittlerweile das ganze Jahr laufen, da die Abnehmer das ganze Jahr gleichmäßig beziehen wollen.

Gibt es aktuelle Neuigkeiten?

Anfang November konnten wir einen Vertag abschließen, auf den wird das gesamte Jahr 2018 hingearbeitet hatten: In Zusammenarbeit mit argentinischen und brasilianischen Partnern werden wir Holzkohle für die Produktion von Ferrosilizium in der Schmelze von Elkem in Asuncion herstellen. Dabei werden wir als erstes Unternehmen in Paraguay mit einer vollmechanisierten Erntekette arbeiten.

Und stehen für die nächsten Monate neue Projekte bzw. Aufgaben an?

2019 werden wir unser eigenes Sägewerk in Betrieb nehmen. Während die Maschinen nach Paraguay verschifft werden, beginnen wir hier bereits mit dem Aufbau der Infrastruktur. Außerdem gilt es den Holzeinschlag von 50.000 auf 200.000 Festmeter pro Jahr anzuheben. Es wird also nicht langweilig bei Felber Forestal in Paraguay!

Abschließende Frage: Was ist aus Deiner Sicht für eine nachhaltige Aufforstung entscheidend?

Grundsätzlich sollte für Aufforstungsflächen kein Urwald gerodet werden. Außerdem müssen Aufforstungen wirtschaftlich erfolgreich sein, um sie nachhaltig betreiben zu können.

Jonas, wir danken für das Gespräch!

Ich danke auch. Viele Grüße aus Paraguay!

 

 

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